Seminar Multimedia und Electronic Publishing
Kapitel 1: Multimedia - Ein Überblick


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Entwicklung multimedialer Anwendungen

Multimedia-Software ist in Anwendungsprogramme und Entwicklungsprogramme klassifizierbar.

Die Anwendungsprogramme werden nach gängigen Softwareentwicklungsmodellen (Wasserfallmodell, Transformationsmodell, Risikomodell) erstellt. Dabei sind folgende Probleme (besonders bei großem Multimediaeinsatz) zu beachten: Die Prozessorleistung und die interne Datenübertragung im Computer sind unzureichend. Zumeist reicht auch die Kapazität des lokalen Speichermediums nicht aus. Durch die Nutzung von Rechnernetzen (bspw. bei einer Fragmentierung der Daten) erhöht sich, bedingt durch die anfallende Kommunikationszeit, der Leistungsengpaß. Desweiteren sind keine leistungsstarken Datenbanksysteme für das Verwalten (Ablegen, Wiederauffinden und Aktualisieren) großer Datenbestände vorhanden. Ein softwaretechnisches Problem ergibt sich durch die notwendige Synchronisierung von Medien. Die Synchronisierung trägt einen erheblichen Teil zur Komplexität von Multimediaanwendungen bei, da man zeitliche, räumliche und inhaltliche Synchronisierungspunkte setzen muß.

Hilfmittel, mit denen Multimediaanwendungen leichter erstellt werden können, bezeichnet man als Autorensysteme (Authoring Systems, Authoring Tools). Man kann sie als Entwicklungswerkzeuge betrachten, die speziell auf die Problematik von Multimediaanwendungen eingehen.

Autorensysteme unterscheidet man folgendermassen:
Seitenorientierte Systeme: Die Grundkonstrukte dieser Systeme werden als Seiten eines Buches, zwischen denen Verbindungen bestehen, betrachtet. In den Seiten werden Komponenten, wie bspw. Textblöcke und Grafiken plaziert.
Flußdiagrammorientierte Systeme: Hier werden zu einem Flußdiagramm Piktogramme hinzugefügt. Das Flußdiagramm bestimmt den Ablauf des multimedialen Systems. Die Piktogramme stellen einzelne Funktionen dar, die vom System angeboten werden.
Zeitbasierte bzw. Präsentationssysteme: Der Ablauf des System wird durch eine Zeitachse dargestellt. An dieser Zeitachse werden die Elemente des Systems angeordnet. Durch Start- und Endpunkte einer Sequenz erfolgt die Synchronisation.

Bemerkung: Ein Problem, daß alle Multimediadokumente gemein haben, ist die korrekte Umsetzung der einzelnen Medien auf Papier. Auf Hypertext basierte Dokumente sind wegen der Links nicht ohne weiteres umsetzbar, da ein Teil der Funktionalität verloren wird. Audio- und Video-Daten sind auf Papier gar nicht umsetzbar.




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Michael Meichel, Mittwoch, 12. Februar 1997, 10:13:49 Uhr MET