Multimedia-Software ist in Anwendungsprogramme und Entwicklungsprogramme
klassifizierbar.
Die Anwendungsprogramme werden nach gängigen Softwareentwicklungsmodellen
(Wasserfallmodell, Transformationsmodell, Risikomodell) erstellt. Dabei sind
folgende Probleme (besonders bei großem Multimediaeinsatz) zu beachten:
Die Prozessorleistung und die interne Datenübertragung im Computer sind
unzureichend. Zumeist reicht auch die Kapazität des lokalen Speichermediums
nicht aus. Durch die Nutzung von Rechnernetzen (bspw. bei einer Fragmentierung der Daten)
erhöht sich, bedingt durch die anfallende Kommunikationszeit, der
Leistungsengpaß. Desweiteren sind keine leistungsstarken Datenbanksysteme für
das Verwalten (Ablegen, Wiederauffinden und Aktualisieren) großer
Datenbestände vorhanden.
Ein softwaretechnisches Problem ergibt sich durch die notwendige
Synchronisierung von Medien. Die Synchronisierung trägt einen
erheblichen Teil zur Komplexität von Multimediaanwendungen bei, da man
zeitliche, räumliche und inhaltliche Synchronisierungspunkte setzen muß.
Hilfmittel, mit denen Multimediaanwendungen leichter erstellt werden können,
bezeichnet man als Autorensysteme (Authoring Systems, Authoring Tools). Man
kann sie als Entwicklungswerkzeuge betrachten, die speziell auf die
Problematik von Multimediaanwendungen eingehen.
Autorensysteme unterscheidet man folgendermassen:
Seitenorientierte Systeme: Die Grundkonstrukte dieser Systeme werden als Seiten
eines Buches, zwischen denen Verbindungen bestehen, betrachtet. In den Seiten
werden Komponenten, wie bspw. Textblöcke und Grafiken plaziert.
Flußdiagrammorientierte Systeme: Hier werden zu einem Flußdiagramm Piktogramme
hinzugefügt. Das Flußdiagramm bestimmt den Ablauf des multimedialen Systems.
Die Piktogramme stellen einzelne Funktionen dar, die vom System angeboten
werden.
Zeitbasierte bzw. Präsentationssysteme: Der Ablauf des System wird durch eine
Zeitachse dargestellt. An dieser Zeitachse werden die Elemente des Systems
angeordnet. Durch Start- und Endpunkte einer Sequenz erfolgt die
Synchronisation.
Bemerkung:
Ein Problem, daß alle Multimediadokumente gemein haben, ist die korrekte
Umsetzung der einzelnen Medien auf Papier. Auf Hypertext basierte Dokumente
sind wegen der Links nicht ohne weiteres umsetzbar, da ein Teil der
Funktionalität verloren wird. Audio- und Video-Daten sind auf Papier gar nicht
umsetzbar.