Seminar Multimedia und Electronic Publishing
Kapitel 1: Multimedia - Ein Überblick


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Multimedia - Begriffsbildung

Heute wird Multimedia zumeist im informationstechnischen Kontext gebraucht, was durch die informationstechnische Penetration des Menschen begründet werden kann.

Die zunehmende Penetration und einhergehende Bedeutung der Informationstechnik zeigt sich auch in Lexika: Die allgemeine Brockhaus-Enzyklopädie enthielt 1991 keine, speziell auf die Informationstechnik zugeschnittene, Multimediadefinition. Schon zwei Jahre später wurde die Begrifferklärung von Multimedia, wie folgt, erweitert:

``...elektron. Medium (z.B. CD-ROM), das Text, Bild, Ton, Video oder mindestens
zwei dieser Elemente beinhaltet'' [Bro93]

Diese Definition beinhaltet schon informationstechnische Fachwörter. Desweiteren werden die elektronischen Medien (CD-ROM) und die Darstellungsmittel für Daten (Text, Bild, Ton und Video) präzisiert.

Durch einen Blick in fachbezogene Lexika kann der Multimediabegriff noch weiter präzisert werden. Das Lexikon für Computergrafik und Bildverarbeitung definiert ein Multimedia-System folgendermaßen:

``Auf Computertechnik basierendes System zur integrierten Verarbeitung und
Darstellung von Informationen in mehreren Medien (Text, Grafik, Standbild,
Computer Animation, Video, Audio), wobei diese nicht starr miteinander
gekoppelt sind.'' [Lex94]

Der Einsatz von Multimedia muß also rechnergestützt erfolgen, d.h. die Medien werden digital verarbeitet und dargestellt. Die Verarbeitung einzelner Medien erfolgt integriert, aber denoch unabhängig voneinander. D.h. man kann mehrere Medien bündeln, wobei diese untereinander in keiner funktionalen Abhängigkeit stehen.

Im Kleinen Lexikon der Informatik findet man für Multimedia folgende Erklärung:

``Sammlung von verschiedenen Datentypen, Beziehungen zwischen verschiedenen
Datentypen, wie Synchronisation, Kombination und Konvertierung von einem
in das andere Medium.'' [Lex95]

Hier ist unter 'media' eine Vielzahl von Datentypen zu verstehen die untereinander in einer Beziehung stehen. Sie müssen synchronisierbar, kombinierbar und konvertierbar sein. Unter Synchronität ist bspw. das korrekte zeitliche Einsetzen eines Musikstückes zu einem Video zu verstehen. Eine Synchronisierung kann aber auch räumlich oder inhaltlich erfolgen. Die oben angegebenen Datentypen werden gewöhnlich als Repräsentationsmedien bezeichnet, da sie die rechnerinterne Darstellung eines Mediums repräsentieren.

Zusammenfassend läßt sich folgendes festhalten: Eine allgemeingültige und -umfassende Definition von Multimedia kann nicht gegeben werden. Eine Erklärung hierfür ist, daß Multimedia ein relativ junges und zudem ein sich schnell veränderndes, wachsendes Teilgebiet der IT ist.

Die betrachteten Definitionen stellen nur einen Teilaspekt von Multimedia dar.

Folgende Forderungen an Multimedia kann trotzdem festgehalten werden: Texte, Bilder (bzw. Grafiken), Töne (Musik, Sprache und Geräusche) und Video sind eingesetzte Mittel um Daten zu repräsentieren. Diese (sog. Perzeptionsmedien) werden durch die Sinnesorgane des Menschen wahrgenommen (Abb.gif). Die Medien sollen synchronisierbar sein, voneinander unabhängig und rechnergetützt integriert verwaltet werden können.

Dies veranlaßt zu folgender, auf [Ste95] basierter Definition:

Multimedia sind mehrere diskrete und kontinuierliche Perzeptionsmedien,
die rechnergestützt und integriert verwaltet werden aber denoch
unabhängig voneinander agieren können.

Medien können unter drei verschiedenen Aspekten betrachtet werden: unter den Hardware-Aspekt, dem Aspekt der internen Repräsentation und dem Aspekt der Daten- bzw. Informationsdarstellung.




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Michael Meichel, Mittwoch, 12. Februar 1997, 10:13:49 Uhr MET