Es liegt mir fern, die versammelte Internetgemeinde kollektiv des
Rechtsbruchs zu beschuldigen. Es is jedoch, wie gerade bei den einschlägigen
Pornografie- und Hetzschriften- Skandalen, die in jüngster Zeit die
Weltöffentlichkeit erschütterten, zu erkennen, daß vielfach ein Rechts
oder Unrechtsbewußtsein bei der Verwendung oder gar Aneignung fremden
Schrift- und Bildgutes scheinbar oder auch tatsächlich kaum vorhanden
ist. In der Öffentlichkeit entsteht dadurch sehr leicht der Eindruck, das
Internet sei ein rechtsfreier Raum, in dem der Anarchie gegen alle
herrschenden Systeme und Normen Tür und Tor geöffnet sind. Daß dem in der
Realität aber ganz und gar nicht so ist, möchte ich in dem kurzen nunmehr
nachfolgenden Artikel in widerum kurzen, fast skizzenhaften Zügen
darstellen. Die Eingangs erwähnten Skandale ließen in der
Öffentlichkeit den Ruf nach einer staatlichen Kontrolle des Internet
laut werden. Dabei geht es aber auch um die Frage, wer in einem
solchen Fall die Verantwortung für die Verbreitung solchen Bild- und
Schriftgutes trägt. Viele suchen in den Providern die Schuldigen zu
sehen, doch diese können wiederum nur für ihre eigenen Server und
Seiten haftbar gemacht werden, nicht zuletzt, weil die Telekom auch
nicht für die mittels ihrer Telefonleitungen abgesprochenen
Straftaten haften kann, da dies ein ständiges Abhören der Leitungen
voraussetzen würde.
Zugegeben, ich versuche nur, die Lust auf ``Mehr`` zu wecken,
doch das Thema ist sehr weitreichend, insbesondere, wenn das Schlagwort
der ``Globalisierung`` mit ins Spiel kommt. Dies bezieht sich im
Wesentlichen auf das ebenfalls zum Schlagwort gewordene Internet, dem
weltweit umspannenden chaotisch organisierten Netzwerk von Millionen von
Computerbenutzern, angeführt von Universitäten und Rechenzentren, den
Knoten.
Die rechtliche Situation stellt sich denn auch in den unterschiedlichen,
am Internet beteiligten Staaten differenziert dar. Ich betrachte
lediglich den rechtlich vergleichsweise winzigen Abschnitt der Rechte und
Gesetze, die die elektronische Publikation eines Werkes betreffen.
Die zugrundeliegenden Schriften und Artikel beziehen sich dabei
hauptsächlich auf die CD-ROM, ein offline Medium, allerdings mit rasch
steigender Popularität.