Seminar Multimedia und Electronic Publishing
Kapitel 11: Rechtliche Aspekte elektronischer Veröffentlichung


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Einleitung

Es liegt mir fern, die versammelte Internetgemeinde kollektiv des Rechtsbruchs zu beschuldigen. Es is jedoch, wie gerade bei den einschlägigen Pornografie- und Hetzschriften- Skandalen, die in jüngster Zeit die Weltöffentlichkeit erschütterten, zu erkennen, daß vielfach ein Rechts oder Unrechtsbewußtsein bei der Verwendung oder gar Aneignung fremden Schrift- und Bildgutes scheinbar oder auch tatsächlich kaum vorhanden ist. In der Öffentlichkeit entsteht dadurch sehr leicht der Eindruck, das Internet sei ein rechtsfreier Raum, in dem der Anarchie gegen alle herrschenden Systeme und Normen Tür und Tor geöffnet sind. Daß dem in der Realität aber ganz und gar nicht so ist, möchte ich in dem kurzen nunmehr nachfolgenden Artikel in widerum kurzen, fast skizzenhaften Zügen darstellen. Die Eingangs erwähnten Skandale ließen in der Öffentlichkeit den Ruf nach einer staatlichen Kontrolle des Internet laut werden. Dabei geht es aber auch um die Frage, wer in einem solchen Fall die Verantwortung für die Verbreitung solchen Bild- und Schriftgutes trägt. Viele suchen in den Providern die Schuldigen zu sehen, doch diese können wiederum nur für ihre eigenen Server und Seiten haftbar gemacht werden, nicht zuletzt, weil die Telekom auch nicht für die mittels ihrer Telefonleitungen abgesprochenen Straftaten haften kann, da dies ein ständiges Abhören der Leitungen voraussetzen würde.

Zugegeben, ich versuche nur, die Lust auf ``Mehr`` zu wecken, doch das Thema ist sehr weitreichend, insbesondere, wenn das Schlagwort der ``Globalisierung`` mit ins Spiel kommt. Dies bezieht sich im Wesentlichen auf das ebenfalls zum Schlagwort gewordene Internet, dem weltweit umspannenden chaotisch organisierten Netzwerk von Millionen von Computerbenutzern, angeführt von Universitäten und Rechenzentren, den Knoten.

Die rechtliche Situation stellt sich denn auch in den unterschiedlichen, am Internet beteiligten Staaten differenziert dar. Ich betrachte lediglich den rechtlich vergleichsweise winzigen Abschnitt der Rechte und Gesetze, die die elektronische Publikation eines Werkes betreffen.

Die zugrundeliegenden Schriften und Artikel beziehen sich dabei hauptsächlich auf die CD-ROM, ein offline Medium, allerdings mit rasch steigender Popularität.




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Karsten Kutschera, Donnerstag, 30. Januar 1997, 15:44:04 Uhr MET